Tag 9: Anders Fasten mit Birgitt

Was ist Freiheit wert, wenn wir nichts mit ihr anfangen.

Wir haben in unserer Gesellschaft viele Freiheiten. Nutzen wir und verteidigen wir diese Freiheiten. Wissen wir, dass das, was wir tun oder lassen können Freiheiten sind, die nicht überall auf der Welt existieren?

Ein Beispiel, was mir sofort einfällt, ist die schulische Bildung besonders für Mädchen. In vielen Gegenden auf dieser Welt ist es nicht selbstverständlich, dass Mädchen in die Schule gehen können, weil es ihnen verwehrt wird. Aber auch Jungen können es oft nicht, weil sie für ihre Familie mitarbeiten müssen oder keinen Zugang zu einer Schule haben.

Genießen wir unsere Freiheit und sind dankbar dafür?

Freiheit wird oft mit „alles tun dürfen“ und vielleicht noch öfter mit „nichts tun müssen“ verbunden.

Welche Freiheit würdet ihr gern für euch nutzen?

Eure Birgitt

Tag 8: Anders Fasten mit Birgitt

Nein sagen, wenn man Nein meint. Ist das egoistisch? Oder einfach ehrlich?

Ich kenne das sehr gut wie man lieber, anscheinend diplomatisch, versucht eine Ausrede zu erfinden. Und letztlich doch das Wort Nein aussprechen muss, wenn man nicht gegen seine eigene Überzeugung handeln will.

Mit etwas Mut kann man lernen ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen. Das befreit ungemein.

Eure Birgitt

Tag 7: Anders Fasten mit Birgitt

Kennt ihr die Qual, wenn euch Herz und Intuition etwas sagen, der Verstand aber dagegen ist?

Wem glaubt ihr mehr? Auf wen verlasst ihr euch?

Es macht Angst, dem Verstand nicht den Vorrang zu geben. So haben wir es schließlich gelernt, die Fakten auf den Tisch, abwägen und dann entscheiden.

Immer mehr Neurowissenschaftler und Psychologen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass das Denken sich nicht von den Gefühlen trennen lässt. Das macht uns zur Persönlichkeit, der Verstand, die Gefühle, die Intuition.

Lassen wir alle Teile (Herz, Intuition, Verstand) bei wichtigen Entscheidungen mitreden. Ohne die Gefühlswelt kann es keine Freiheit, Wahrheit und Freude geben.

Eure Birgitt

Tag 6: Anders Fasten mit Birgitt

Es spielt eine große Rolle, ob wir in eine liebevolle Familie hineingeboren wurden, die Werte und die angeborene Empathie für andere Lebewesen und die Natur vorgelebt hat.

Es ist ebenso wichtig in welcher Umgebung und Umständen wir unsere Kindheit verbracht haben. Mir fällt immer der große Unterschied zwischen der Kriegs-, Nachkriegs- und der Wohlstandsgeneration auf.

Trotzdem sind wir denkende Wesen und können uns verändern und anpassen. Deswegen ist es relevant, dass wir uns umschauen und auswählen, wie wir uns wünschen zu leben.

Wie wir werden, ist nur zu einem Teil vererbt, materiell wie charakterlich. Für einen größeren Teil sind wir selbst verantwortlich. Dafür haben wie einen freien Willen und können persönliche Entscheidungen treffen.

Wer die Energie aufbringt an seiner freien Wahl zu arbeiten, wird sicher ein glückliches und zufriedenes Leben führen.

Eure Birgitt

Tag 5: Anders Fasten mit Birgitt

So ist es, wenn man etwas erreicht hat, ist das Streben danach befriedigt, dann sagt einem ein kleines Männchen (oder Frauchen) im Ohr, nun möchte ich aber mehr.

Wer die Freiheit im Schloss genießt und massenhaft Platz und Luxus für sich hat, fordert die Freiheit auf dem Mond (oder Mars) zu wohnen und auf alles Irdische herabzuschauen.

Wer hier etwas aus der Weltpolitik vermutet, könnte recht haben.

Frei ist nur der, der innerlich frei ist.

Eure Birgitt

Tag 4: Anders Fasten mit Birgitt

Charlie Chaplin hat den Weg zur Selbstliebe durch Verzicht in wenigen Worten beschrieben.

Dinge hinter sich zu lassen, die uns nur herabziehen, das sollte unsere tägliche Aufgabe sein. Hört gut in euch hinein, wer oder was euch herabzieht. Ihr könnt es aber auch andersherum machen. Was baut euch auf, was macht euch Freude und ihr fühlt euch beschwingt. Dann konzentriert ihr euch darauf und alles Negative fällt von selbst hinten runter.

Zum Weltfrauentag möchte ich besonders meine Geschlechtsgenossinnen aufrufen, euch von toxischen Beziehungen zu befreien. Wenn man mittendrin steckt, bemerkt man vielleicht gar nicht, wie diese behindern und einschränken. Geht einen Schritt zurück und betrachtet alles von außen. Wenn ihr dann zu einem anderen Ergebnis kommt, lasst los und befreit euch.

Ihr müsst es nicht gleich so weit wie die südkoreanische 4B-Bewegung treiben. Sie verzichten auf Dating, Romantik, Ehe, Kinder und Sex mit Männern. So wollen sie das Patriarchat endgültig überwinden.

Ich wünsche euch das rechte Augenmaß und mutige Entscheidungen.

Eure Birgitt

Tag 3: Anders Fasten mit Birgitt

Da gab es mal eine Kollegin, die erzählte, dass ihre Tochter total vernarrt in Räucherlachs war und ihm am liebsten jeden Tag essen wollte. Nach einiger Zeit wechselte die Vorliebe zu Krabben. Ich weiß nicht, wie lange Krabben ihre Lieblingsspeise war.

Wenn ich meine Lieblingsspeise jeden Tag oder auch nur einmal in der Woche zu mir nehme, was meint ihr, wie lange bleibt es meine Lieblingsspeise?

Verzicht oder, wie Emanuel Geibel es nannte, Entsagung schafft auch wieder Genuss. Sich gewollt beschränken steigert sogar den Genuss. Alles, was ich immer zur Verfügung habe, wird banal und ist nicht mehr erstrebenswert. Ja, dieses MUSS wird irgendwann zu einer lästigen Fessel.

Ich freue mich z.B. jedes Jahr auf frische Erdbeeren. Dann esse ich so viel davon, dass ich froh bin, wenn die Erdbeerzeit wieder vorbei ist.

Entsagen stärkt die Freude und den Genuss. Die Fastenzeit ist ein guter Anlass, entsagen neu zu erlernen.

Eure Birgitt

Tag 2: Anders Fasten mit Birgitt

Ein Vogel will frei fliegen, auch wenn es bedeutet, dass er sein Futter selbst suchen muss. Obwohl er der Unbill des Lebens ausgesetzt ist, gegen Katzen, Marder und Konsorten, dem Wetter mit Hitze und Kälte standhalten muss.

In einem Käfig, in dem er gefüttert und gehätschelt wird, kann er überleben. Aber er ist eingesperrt.

Für uns Menschen gibt es viele goldene Käfige. Manche nennen eine Ehe so, wenn einer bestimmt, was gemacht wird, dem anderen, aber materiell nichts fehlt.

Viele Käfige schaffen wir uns selbst, ohne es zu erkennen. Diese Käfige haben oft etwas mit gesellschaftlicher Anerkennung zu tun. Denken wir nur an die Werbung: Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Und wer da nicht mithalten kann, der fühlt sich nicht frei. Und die, die die Ziele erreicht haben, sind anderen Zwängen ausgesetzt.

Ich erinnere mich, dass eine ältere Freundin zu mir sagte, wenn du ein Haus kaufen willst, dann bist du im Arbeitsleben erpressbar. Sie hatte nicht Unrecht. Denn nun war ich auf mein Einkommen angewiesen, um das Darlehn bedienen zu können.

Wir müssen uns also entscheiden. Was ist für mich wichtig. Was mache ich für andere, um ihnen zu imponieren.

Sich entscheiden und dazu stehen erfordert viel Selbstbewusstsein, wenn es den gängigen Normen nicht entspricht.

Dafür bekommen wir etwas Unbezahlbares, unsere Freiheit.

Ich wünsche euch eine gute Urteilskraft.

Eure Birgitt

Tag 1: Anders Fasten mit Birgitt

Heute ist Aschermittwoch, Start der Fastenzeit. Wie jedes Jahr verzichte ich bis Ostern auf Süßes und Alkohol.

Neben dem Verzicht nutze ich die Fastenzeit auch dazu, mich mit Themen auseinander zu setzen, die die Welt vielleicht ein bisschen heller, freundlicher und menschlicher machen könnten. Das hat oft mit „anderem“ Verzicht zu tun.

Dieses Jahr möchte ich gemeinsam mit allen, die mich auf diese Art Mediation begleiten wollen, das Motto „Licht ins Dunkel bringen“ beleuchten. Denn, wenn ich das Licht heller strahlen lasse, dann vertreibt es das Dunkel.

Vielleicht seid ihr irgendwann mal der daoistischen Yin-Yang-Monade begegnet, wie im Bild. Sie versinnbildlicht das harmonische Nebeneinander von Gegensätzen in einem geschlossenen System, wie es auch in unsere Gesellschaften zu finden ist. Wenn das Helle (Yin) größer wird, muss das Dunkel (Yang) kleiner werden, sonst würde das System explodieren oder implodieren. Und doch ist in jedem Hellen schon das Dunkel vorhanden und umgekehrt.

Oder wie ich es sehe, wenn das Gute stärker wird, muss das Böse automatisch weichen. Aber in jedem Guten ist auch das Böse bereits angelegt und umgekehrt.  Lasst und gemeinsam versuchen, das in uns selbst zu erkennen. Ihr wisst, eine Lawine beginnt mit einer einzigen Schneeflocke oder eine große Reise mit dem ersten Schritt.

Ich würde mich freuen mit den täglichen Gedanken, etwas in Bewegung zu bringen und eure persönliche Fastenzeit zu bereichern.

Eure Birgitt

Für das neue Jahr 2025

Für das Jahr 2025 möchte ich euch mit dem Symbol des Regenbogens ein wenig Hoffnung mit auf euren Lebensweg geben.

Wenn ich Zeitung lese, Nachrichten höre, in Social Media eintauche, könnte man der Meinung sein, der Weltuntergang steht vor der Tür. Eigentlich gibt es keinen Lebensbereich, der nicht in den schrecklichsten Farben ausgemalt wird. Ob es um wirtschaftliche Belange, Energie, Gewalt, Kultur, Frieden oder Krieg geht, man könnte glauben, das Leben ist nicht mehr lebenswert und jeder einzelne sitzt in der Falle und kann nichts dagegen tun.

Das stimmt aber nicht. Jeder gestaltet sein Leben selbst und hängt viel weniger von der Politik ab, als die Medien und Parteien uns glauben machen wollen. Lasst euch nicht veralbern oder verführen. Lebt das Leben mit Höhen und Tiefen, so wie es kommt und genießt jede Minute.

Schon vor Jahrtausenden waren Menschen von dem atmosphärisch-optischen Himmelsphänomen des Regenbogens fasziniert. Er gilt als Symbol für Hoffnung, Frieden und Vielfalt.

Oder wie meine Oma Luise sagte, „das seht zum Zeichen“ des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Die badische Landesbischöfin Heike Springhart folgerte daraus, dass wir alle „unsere Verantwortung mit der Welt und die unbedingte Würde jedes Menschen als Ebenbild Gottes“ haben.

Die ersten Regenbogenfahnen tauchten bereits vor 500 Jahren auf. Im Bauernkrieg 1525 führte der Theologe Thomas Müntzer bewaffnete Bauern an. Als Zeichen ihres Bundes mit Gott und als Symbol ihres Aufstandes.

1913 hatte der US-amerikanische Geistliche James William van Kirk anlässlich des Weltfriedenskongresses eine „World Peace Flag“ (Friedensflagge) kreiert mit Regenbogenstreifen, Sternen und einem Globus.

Als Kind fand ich die irische Sage faszinierend, wonach sich am Ende des Regenbogens ein Topf voll Gold befindet.  Das stimmt leider nicht. Der Regenbogen ist in Wahrheit ein kreisrundes, optisches Phänomen, das weder Anfang noch Ende hat, sondern nur durch den Horizont verdeckt wird.

Eure Birgitt

Einen Teil des Textes ist entnommen aus Quelle: https://www.evangelisch.de/inhalte/220093/27-08-2023/symbolhaftes-himmelsphaenomen-was-bedeutet-der-regenbogen-der-bibel