Was ist Freiheit wert, wenn wir nichts mit ihr anfangen.
Wir haben in unserer Gesellschaft viele Freiheiten. Nutzen wir und verteidigen wir diese Freiheiten. Wissen wir, dass das, was wir tun oder lassen können Freiheiten sind, die nicht überall auf der Welt existieren?
Ein Beispiel, was mir sofort einfällt, ist die schulische Bildung besonders für Mädchen. In vielen Gegenden auf dieser Welt ist es nicht selbstverständlich, dass Mädchen in die Schule gehen können, weil es ihnen verwehrt wird. Aber auch Jungen können es oft nicht, weil sie für ihre Familie mitarbeiten müssen oder keinen Zugang zu einer Schule haben.
Genießen wir unsere Freiheit und sind dankbar dafür?
Freiheit wird oft mit „alles tun dürfen“ und vielleicht noch öfter mit „nichts tun müssen“ verbunden.
Nein sagen, wenn man Nein meint. Ist das egoistisch? Oder einfach ehrlich?
Ich kenne das sehr gut wie man lieber, anscheinend diplomatisch, versucht eine Ausrede zu erfinden. Und letztlich doch das Wort Nein aussprechen muss, wenn man nicht gegen seine eigene Überzeugung handeln will.
Mit etwas Mut kann man lernen ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen. Das befreit ungemein.
Kennt ihr die Qual, wenn euch Herz und Intuition etwas sagen, der Verstand aber dagegen ist?
Wem glaubt ihr mehr? Auf wen verlasst ihr euch?
Es macht Angst, dem Verstand nicht den Vorrang zu geben. So haben wir es schließlich gelernt, die Fakten auf den Tisch, abwägen und dann entscheiden.
Immer mehr Neurowissenschaftler und Psychologen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass das Denken sich nicht von den Gefühlen trennen lässt. Das macht uns zur Persönlichkeit, der Verstand, die Gefühle, die Intuition.
Lassen wir alle Teile (Herz, Intuition, Verstand) bei wichtigen Entscheidungen mitreden. Ohne die Gefühlswelt kann es keine Freiheit, Wahrheit und Freude geben.
Es spielt eine große Rolle, ob wir in eine liebevolle Familie hineingeboren wurden, die Werte und die angeborene Empathie für andere Lebewesen und die Natur vorgelebt hat.
Es ist ebenso wichtig in welcher Umgebung und Umständen wir unsere Kindheit verbracht haben. Mir fällt immer der große Unterschied zwischen der Kriegs-, Nachkriegs- und der Wohlstandsgeneration auf.
Trotzdem sind wir denkende Wesen und können uns verändern und anpassen. Deswegen ist es relevant, dass wir uns umschauen und auswählen, wie wir uns wünschen zu leben.
Wie wir werden, ist nur zu einem Teil vererbt, materiell wie charakterlich. Für einen größeren Teil sind wir selbst verantwortlich. Dafür haben wie einen freien Willen und können persönliche Entscheidungen treffen.
Wer die Energie aufbringt an seiner freien Wahl zu arbeiten, wird sicher ein glückliches und zufriedenes Leben führen.
So ist es, wenn man etwas erreicht hat, ist das Streben danach befriedigt, dann sagt einem ein kleines Männchen (oder Frauchen) im Ohr, nun möchte ich aber mehr.
Wer die Freiheit im Schloss genießt und massenhaft Platz und Luxus für sich hat, fordert die Freiheit auf dem Mond (oder Mars) zu wohnen und auf alles Irdische herabzuschauen.
Wer hier etwas aus der Weltpolitik vermutet, könnte recht haben.
Für das Jahr 2025 möchte ich euch mit dem Symbol des Regenbogens ein wenig Hoffnung mit auf euren Lebensweg geben.
Wenn ich Zeitung lese, Nachrichten höre, in Social Media eintauche, könnte man der Meinung sein, der Weltuntergang steht vor der Tür. Eigentlich gibt es keinen Lebensbereich, der nicht in den schrecklichsten Farben ausgemalt wird. Ob es um wirtschaftliche Belange, Energie, Gewalt, Kultur, Frieden oder Krieg geht, man könnte glauben, das Leben ist nicht mehr lebenswert und jeder einzelne sitzt in der Falle und kann nichts dagegen tun.
Das stimmt aber nicht. Jeder gestaltet sein Leben selbst und hängt viel weniger von der Politik ab, als die Medien und Parteien uns glauben machen wollen. Lasst euch nicht veralbern oder verführen. Lebt das Leben mit Höhen und Tiefen, so wie es kommt und genießt jede Minute.
Schon vor Jahrtausenden waren Menschen von dem atmosphärisch-optischen Himmelsphänomen des Regenbogens fasziniert. Er gilt als Symbol für Hoffnung, Frieden und Vielfalt.
Oder wie meine Oma Luise sagte, „das seht zum Zeichen“ des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Die badische Landesbischöfin Heike Springhart folgerte daraus, dass wir alle „unsere Verantwortung mit der Welt und die unbedingte Würde jedes Menschen als Ebenbild Gottes“ haben.
Die ersten Regenbogenfahnen tauchten bereits vor 500 Jahren auf. Im Bauernkrieg 1525 führte der Theologe Thomas Müntzer bewaffnete Bauern an. Als Zeichen ihres Bundes mit Gott und als Symbol ihres Aufstandes.
1913 hatte der US-amerikanische Geistliche James William van Kirk anlässlich des Weltfriedenskongresses eine „World Peace Flag“ (Friedensflagge) kreiert mit Regenbogenstreifen, Sternen und einem Globus.
Als Kind fand ich die irische Sage faszinierend, wonach sich am Ende des Regenbogens ein Topf voll Gold befindet. Das stimmt leider nicht. Der Regenbogen ist in Wahrheit ein kreisrundes, optisches Phänomen, das weder Anfang noch Ende hat, sondern nur durch den Horizont verdeckt wird.
Das wird im Jahr 2025 meine Intention, Empathie zu fördern.
Ich wünsche euch ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest. Vielleicht habt ihr ein paar ruhige Minuten, in denen ihr darüber nachdenken könnt, was jeder Einzelne für mehr Empathie in der Welt tun kann.
Morgen feiern wir das Fest der Liebe und des Friedens. Das Fest kann nur durch die unermessliche Liebe der Selbstaufgabe verstanden werden. Gott hat seinen Sohn geopfert, um die Menschen zu retten. Jesus gab sein irdisches Leben, um uns das Weiterleben zu ermöglichen. Wieviel Liebe ist in dieser Aufopferung enthalten.
Weinachten ist nicht das Fest der Geschenke und des üppigen Essens.
Mit Gewalt kann man keine Liebe erzwingen. Genauso wenig kann man mit Gewalt Frieden erreichen.
Wenn wir das verstanden haben, werden wir vielleicht in Zukunft in der Lage sein Liebe zu geben und Frieden zu halten.
Ich gebe die Hoffnung auf ein kleines Weihnachtswunder nicht auf.
Meine Großmutter sagte, den einen klopft das Leben hart, den anderen weich, es kommt auf das Material an. Ich würde sagen, es kommt auf die Erziehung und das Vorleben der Eltern und der Gesellschaft an.
In meinem Umfeld gibt es viele, die sich ehrenamtlich einsetzen. Sei es beim roten Kreuz, bei der freiwilligen Feuerwehr, der Begleitung von Flüchtlingen, Kranken, für Tiere oder beim Vorlesen für Kinder.
Ich bin sehr stolz, dass ich Menschen kenne, die ein weiches Herz haben.
In den unterschiedlichen Berichten über Empathie erscheint immer wieder die Aussage, wie wichtig Vorlesen für die emotionale kindliche Entwicklung ist.
Mit vorgelesenen Märchen beginnt die Kunst sich in andere hineinzuversetzen. Allein der Beginn „Es war einmal“ hat mich alles kleines Kind in eine erwartungsvolle Haltung versetzt. Ich wusste, nun geschieht etwas, das ich noch nicht kenne. Ich durfte mich gruseln, ich habe mitgelitten und habe mitgezittert, dass das Böse überwunden werden kann.
Alles das, was man braucht, um die Welt aus den Augen anderer zu betrachten.
Und ganz besonders wichtig war die Person, die die Märchen vorgelesen hat. Wenn es arg schlimm wurde, durfte ich bei Oma, Mutti oder meiner Schwester ankuscheln und festhalten.